Das Gebiet Son Bosc grenzt nicht nur an den Naturpark s´Albufera, sondern stellt für den Naturschutz insgesamt einen außerordentlich hohen Wert dar. Unter anderem finden sich hier neben dem größten europäischen Bestand der Orchideenart Großes Sumpfknabenkraut (Orchis robusta) weitere schützenswerte Orchideenarten, wie die Orchis fragans, Ophrys apifera, Serapias parviflora, etc. Ebenso beherbergt Son Bosc Mallorcas größte Bienenfresser-Kolonie (Merops apiaster) und der Eleonorenfalke (Falco eleonorae) findet auf dem Gelände seine Nahrung.
Im Jahr 2003 war das Gebiet bereits acht Monate lang Teil des Naturparks s´Albufera, wurde anschließend allerdings wieder ausgegliedert, um so den Bau eines Golfplatzes zu ermöglichen. Es liegen bereits sämtliche Genehmigungen zum Bau des Golfplatzes. Dennoch hat unsere Organisation die Baugenehmigung vor Gericht angefochten, da wir sie als illegal betrachten. Am 22. Februar dieses Jahres wurde mit den Bauarbeiten und somit der Zerstörung von Son Bosc begonnen.
Dank des Drucks bedeutender Umweltschutzorganisationen (unter anderem IUCN-Med, WWF-Spanien, SEO-Birdlife, RSPB, NABU, Wetlands International und Planta Europa) verabschiedete die Regierung der Balearen (in diesem Falle gestellt durch die sozialistische Partei PSOE und den links-grünen BLOC, ohne Mehrheit im Parlament) am 26. Februar 2010 einen Flächennutzungsplan, der einen großen Teil von Son Bosc erneut in den Naturpark s’Albufera eingliederte. Die bereits begonnenen Bauarbeiten wurden damals eingestellt.
Trotzdem wurden dann mithilfe der Mehrheit der Parteien Partit Popular und Unió Mallorquina die Protektions-Maßnahmen zugunsten von Son Bosc eingestellt, indem diese Parteien per Gesetz ein öffentliches Interesse an der Errichtung des Golfplatzes Son Bosc in Muro / Mallorca verabschiedeten.
Im September 2010 gab das Sekretariat der Ramsar-Konvention (Umweltschutz-Abkommen über Feuchtzonen als Lebensraum) einen Bericht bezüglich der möglicherweise schädlichen Auswirkungen der Errichtung des Golfplatzes auf die Albufera de Mallorca in Auftrag. Die Schlussfolgerungen dieses Berichtes sind außerordentlich deutlich: Sie empfehlen die definitive Ablehnung des Golfplatz-Projektes, sowie die Einstufung des Gebietes von Son Bosc in eine ihm gerecht werdende Protektions-Kategorie.
Am 25. Februar 2011 erweitert dann die Balearen-Regierung unter Berücksichtigung der Empfehlungen der Ramsar-Konvention das Gebiet des Vogelschutzgebietes (Richtlinie 79/409/EWG) der Albufera, indem das Gebiet von Son Bosc wieder mit einbezogen wird. Im Prinzip schließt diese internationale Vogelschutz-Richtlinie die Erbauung des Golfplatzes aus, und bisher durften die Baumaβnahmen nicht wieder aufgenommen werden.
Bei den Landtagswahlen vom 22. Mai 2011 erhielt die Partit Popular nun die absolute Mehrheit. Mitglieder der neuen Regierung haben bereits öffentliche Erklärungen abgelegt, die befürchten lassen, dass die gegenwärtige Protektionsfigur für Son Bosc aufgehoben werden könnte, um den Bau des Golfplatzes zu ermöglichen.
In Anbetracht dieser Tatsachen erachten wir einen definitiven Schutz der biologischen Vielfalt in Son Bosc als notwendig und fordern die neue Regierung der Balearen auf, die Empfehlungen des Sekretariats der Ramsar-Konvention anzunehmen und umzusetzen. Dies bedeutet, das Golfplatz-Projekt abzulehnen und Son Bosc mit den notwendigen gesetzlichen Protektions-Figuren (Richtlinien 79/409/EWG und 92/43/EU, Naturpark und Ramsar-Gebiet) zu schützen.
Schon wieder ein Golfplatz...
Auf Mallorca befinden sich bereits 24 Golfplätze und weitere 10 werden derzeit geplant oder errichtet. Eine sehr einflussreiche Gruppe des mallorquinischen Tourismus-Sektors setzt weiterhin auf diese Art der Tourismus-Förderung, obwohl die Erschöpfungserscheinungen längst bekannt sind.
Son Bosc beherbergt einzigartige Naturschönheiten, die vor allem in der Nebensaison (Frühling und Herbst) für an der Entdeckung der Natur Mallorcas interessierte Touristen von hohem Interesse sind. Diese Touristen benötigen dort weder eine veränderte noch eine zerstörte Artenvielfalt.
So würde der Schutz von Son Bosc zu einer wirklichen Diversifizierung des Tourismus sowie einer naturverträglichen Nachhaltigkeit beitragen. Auch wenn einige Personen immer noch glauben, dass die Zerstörung der Natur der beste Weg ist, Geschäfte zu machen...
Wer will die bedeutende Artenvielfalt von Son Bosc durch einen weiteren Golfplatz ersetzen?
 |
 |
 |
Gesellschaft zur Betreibung von Golfplätzen.
Zusammengesetzt aus den Hotelkonzernen Grupotel S.A. (43%), Cesgarden S.L. (29.5%) und Compañía Agropecuaria de Calviá S.L. (27.5%), einer hundertprozentigen Tochter des Unternehmens Iberostar..
Grupotel
Hotels auf Mallorca: Grupotel Acapulco Playa,
Grupotel Aguait & Spa,
Grupotel Alcudia Suite,
Grupotel Amapola,
Grupotel Dunamar,
Grupotel Farrutx,
Grupotel Gran Vista & Spa,
Grupotel Los Príncipes & Spa,
Grupotel Marítimo,
Grupotel Molins,
Grupotel Montecarlo,
Grupotel Nilo & Spa,
Grupotel Orient,
Grupotel P. Camp de Mar,
Grupotel Parc Natural & Spa,
Grupotel Picafort Beach,
Grupotel Playa de Palma Suites,
Grupotel Port d'Alcudia,
Grupotel Taurus Park,
Grupotel Valparaiso Palace & Spa.
Cesgarden
Hotels auf Mallorca: Holiday Garden,
Playa Garden,
Alcudia Garden,
Palm Garden,
Beach Garden,
Habitat Garden,
Cala Millor Garden,
Green Garden.
Compañía Agropecuaria de Calviá
(Iberostar)
Hotels auf Mallorca: Iberostar Vell Marí, Iberostar Alcudia Park, Iberostar Royal Cristina, Iberostar Ciudad Blanca, Iberostar Royal Playa de Palma, Iberostar Albufera Park, Iberostar Pinos Park, Iberostar Playa de Muro, Iberostar Suites Hotel Jardín del Sol, Iberostar Club Cala Barca, Iberostar Albufera Playa, Iberostar Playa de Muro Village, Iberostar Royal Cupido. |
Im März 2008 erteilt der Gemeindevorstand des Ortes Muro, unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Jaume Perelló (Unió Mallorquina), die Baugenehmigung für die Errichtung des Golfplatzes. Vom Juni 2007 bis zum 05. Februar 2010 war die Partei Unió Mallorquina Teil der Regierung der Balearen und kontrollierte die Landesministerien für Umwelt und Fremdenverkehr. Führende Mitglieder dieser Partei sprachen sich in der Öffentlichkeit für den Bau des Golfplatzes aus.
Zusammen mit den Stimmen der konservativen Partit Popular wählte diese Partei für die Verabschiedung des Gesetzes 9/2010 des Parlaments der Balearen. Das Gesetz erklärte die Erbauung des Golfplatzes in Son Bosc zum öffentlichen Interesse des Bundeslandes der Balearen.
Die Anklage gegen praktisch die gesamte Führungsriege der Unió Mallorquina aufgrund verschiedener Korruptionsfälle führte kurz vor den Landtagswahlen 2011 zur Auflösung dieser Partei. Ein Teil ihrer Mitglieder gründete daraufhin die neue Partei Convergència de les Illes.
|
Die PP, Partit Popular (vergleichbar mit der deutschen CDU/CSU), regierte die Balearen zum Zeitpunkt der Ausstellung der Umweltgutachten, die zur Genehmigung des Golfplatzes in Son Bosc führten.
Sogar der Landesumweltminister dieser Partei unterstützte in der Öffentlichkeit, insbesondere vor den Hoteliers der Gegend, den Bau des Golfplatzes.
Die PP brachte das Gesetz 9/2010 in das Balearische Parlament ein, mit dem die Erbauung des Golfplatzes in Son Bosc zum öffentlichen Interesse des Bundeslandes der Balearen erklärt wurde.
Seit Juni 2011 regiert die PP mit absoluter Mehrheit das Bundesland der Baleareninseln.
|
So kannst du helfen, Son Bosc zu schützen
Trage deine persönlichen Daten in das folgende Formular ein und schicke es an den Präsidenten der Balearen-Regierung und die Minister für Umwelt und Fremdenverkehr.
Und außerdem, falls du vorhast, deinen Urlaub auf Mallorca zu verbringen, informiere dich vorher, wer die Betreiber der Zerstörung der Artenvielfalt in Son Bosc sind.
Herzlichen Dank für dein Interesse.
|